Geschrieben von Uwe Grunwald
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Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

 

Die Bauchspeicheldrüse bzw. das Pankreas ist ein kleineres, jedoch nicht unwichtiges Organ, das in unmittelbarer Nachbarschaft zu Magen, Zwölffingerdarm, Gallenwegen und Leber liegt. Die Aufgabe des Organs besteht darin, die für die Verdauung erforderlichen Säfte (Fermente oder Enzyme) zu produzieren und für die Verdauung zur Verfügung zu stellen (sog. exokrine Funktion) und die Regulation des Blutzuckers zu gewährleisten (sog. endokrine Funktion).

Drei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse sind am häufigsten anzutreffen:

1. Die akute Bauchspeicheldrüsenentzündung (akute Pankreatitis)

Ist eine meist unverhofft auftretende, schwere Entzündung der Bauchspeicheldrüse, die  dazu führen kann, dass es zur starken Schädigung oder Zerstörung von Zellen der Bauchspeicheldrüse (sog. „Selbstverdauung des Organs“) kommt. Die häufigsten Ursachen sind ein übermäßiger Alkoholkonsum oder Gallensteine, die den Bauchspeicheldrüsenhauptgang verstopfen. Es ist ganz besonders wichtig, dass die Erkrankung in einem frühen Stadium erkannt und entsprechend behandelt wird.

2. Die Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung (chronische Pankreatitis)

Durch immer wiederkehrende manchmal kaum merkbare Entzündungen und Schädigungen der Bauchspeicheldrüse kann es zur langsamen Zerstörung der Bauchspeicheldrüse kommen. Das Gewebe der Bauchspeicheldrüse wird abgebaut und durch Narbengewebe ersetzt. Die Verdauungsfunktion des Organs Bauchspeicheldrüse immer schlechter- auch wird schließlich weniger Insulin produziert. Die Folge sind Verdauungsstörungen aufgrund von Pankreasenzymmangel und Blutzuckerkrankheit (Diabetes)  aufgrund von Insulinmangel, sowie heftige, oft gürtelförmige Oberbauchschmerzen, Durchfälle mit Fettstühlen und Gewichtsverlust.

Häufige Ursachen für chronische Bauchspeicheldrüsenentzündungen  sind übermäßiger Alkoholkonsum, angeborene Defekte, chronische Gallensteinleiden und andere seltene Ursachen.

3. Der Bauchspeicheldrüsentumor

Etwa 30 % der Raumforderung der Bauchspeicheldrüse stellen solide Tumore dar, d. h. sind echte Neubildungen. Diese lassen sich mit bildgebenden Verfahren , z. B. Ultraschall oder Computertomographie, zuverlässig darstellen. Sie werden je nach Dignität in gutartige, z. B. Adenome, und in bösartige Tumore, z. B. Karzinome, eingeteilt. Je nach dem Gewebe, von dem der Tumor ausgeht, wird zwischen endokrinen und exokrinen Karzinomen unterschieden. Der häufigste maligne Tumor der Bauchspeicheldrüse ist  mit etwa 95 % das von exokrinen Zellen oder Gangepithel ausgehende Adenokarzinom. In Deutschland erkranken im Jahr etwa 13000 Personen an einem Pankreaskarzinom. Symptome, die auf eine derartige Erkrankung hinweisen, können ein schmerzloser Ikterus (Gelbsucht), in den Rücken ausstrahlende Schmerzen, Gewichtsverlust und Verdauungsbeschwerden sein. Durch frühzeitige Diagnostik kann die Prognose entscheidend verbessert werden.

Unsere Praxis bietet als eine der wenigen im Freistaat Sachsen eine Spezialsprechstunde für Patienten mit Pankreaserkrankungen an. Patienten, die diese Spezialsprechstunde in unserer Praxis wahrnehmen möchten, werden gebeten, dies ausdrücklich bei der Terminvergabe anzumelden.